

Die Kursbuchstrecke 405 ist eine 48 km lange, eingleisige, elektrifizierte Hauptbahn in
Ostwestfalen-Lippe. Die Srecke führt von Herford bis Himmighausen bei Altenbeken und
besitzt eine Streckenhöchstgeschwindigkeit von 100 km/h.
Schon seit 1846 gab es in Lippe Bestrebungen, Detmold und weite Teile des Landes von
Herford aus an das bestehende Eisenbahnnetz anzuschließen. Während es
unterschiedliche Pläne für einen möglichen Streckenverlauf gab, stand die
Anbindung in Herford bereits sehr früh fest, da sich die Stadt als ein wichtiges
Handelszentrum für Lippe etabliert hatte.
Der Staatsvertrag über den Bau der Stichstrecke von Herford bis Detmold wurde
schließlich am 07.06.1878 abgeschlossen. Der Bau der Strecke erfolgte durch die
Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft (CME) in den beiden folgenden Jahren.
Zunächst nur für den Gütervekehr erfolgte die
Inbetriebnahme der Strecke am 31.12.1880.
Die Eröffnung der Strecke von Herford über Salzuflen und Lage nach Detmold
brachte Lippe einen erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung. Entlang der Eisenbahn
entstand eine ganze Reihe Industrieansiedlungen.
Erst 1893 wurde mit dem Bau der Streckenverlängerung von Detmold über
Remmighausen, Horn, Leopoldstal und Sandebeck nach Himmgihausen begonnen. Diese
Streckenführung hatte man der Alternative über Bergheim den Vorzug gegeben. Auf
diesem Streckenabschnitt waren am Rand des Teutoburger Waldes deutlich mehr topografische
Hindernisse zu überwinden als auf dem ersten Abschnitt.
Im Rahmen der Bauarbeiten wurden die Bahnanlagen in der Detmolder Kernstadt um 3,73 Meter
angehoben. So wurden höhengleiche Kreuzungen mit den Straßen der Stadt
vermieden.
Der Streckenabschnitt Detmold - Himmighausen wurde schließlich am 11.07.1895 von
der Königlich Preußischen Eisenbahnverwaltung (KPEV)
eröffnet. Die Verbindungsstrecke zwischen der Cöln-Mindener
Eisenbahn (CME) in Herford und der Hannover-Altenbekener Eisenbahn (HAE) in Himmighausen
bei Altenbeken war damit in voller Länge befahrbar.
Das Planum der Bahnstrecke wurde beim Bau größtenteils für die Aufnahme
eines zweiten Streckengleises hergestellt.
Die Strecke Herford - Himmighausen blieb von schwerwiegenden Kriegsschäden
weitestgehend verschont. So konnte nach Kriegsende der Betrieb zumindest provisorisch
aufgenommen werden. Wegen zerstörter Signalanlagen musste zeitweise in einigen
Abschnitten das Pendelholzverfahren eingeführt werden. Von 1946 bis 1948 wurde die
Strecke durch die britische Rehinarmee als Ausbildungsstrecke für Eisenbahnpioniere
betrieben.

Zwischen 1973 und 1975 erfolgte die Elektrifizierung der Gesamtstrecke.
In diesem Rahmen kam es auch zu umfangreichen Spurplananpassungen in einigen
Bahnhöfen verbunden mit dem Neubau der entsprechenden Stellwerke. Der elektrische
Fahrbetrieb auf der Hannover-Altenbekener Eisenbahn war bereits am 21.05.1971 aufgenommen
worden. Mit dem Abschluss der Elektrifizierung, konnte die Strecke im Bedarfsfall auch
für die angrenzenden Hauptstrecken entlasten, ohne das Lokwechsel erforderlich
wurden.
Am 30.05.1989 wurde in Detmold eines der ersten elektronischen Stellwerke in Betrieb
genommen, welches die mechanischen Stellwerke in Detmold und im benachbarten Bahnhof
Remmighausen ersetzte, der fortan vom neuen Stellwerk in Detmold aus gesteuert wurde.